Argumente

Lebensgefahr vor der Haustür?

Bei Ausweitung der Baggerseen geraten die für Kinder verlockenden, jedoch sehr gefährlichen Abbauflächen, noch näher und täglich ins Blickfeld unserer Kinder! Besonders die Steilufer, die jederzeit ohne Vorwarnung abrutschen können, stellen eine große Gefahr dar.

Mehr Hochwasser durch mehr Baggerseen?

Da in den letzten Jahren stromaufwärts eine höher gelegene Flur abgetragen und eine direkte Verbindung zum modernen Main geschaffen wurde, befürchten wir zusätzliche Hochwassermengen in Sand a. Main!

hochwassergeschehen-1975

Wertverlust für Sander?

Abbaubetrieb und Baggerseen über Jahrzehnte in Sichtweite wirken sich negativ auf den Wert der eigenen Wohnimmobilie aus! Dies fördert Abwanderung und schreckt Neubürger im ländlichen Raum ab!

wertverlust

Kein Recht auf regionale Selbstversorgung?

Unsere Großeltern mussten noch erfahren, wie wichtig eigene Anbauflächen für die Lebensmittelversorgung eines Dorfes sein können. Grundsätze des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit sprechen für regionale Selbstversorgung. Das geforderte Abbaugebiet würde
einen Großteil der heutigen Anbauflächen für Kartoffeln, Spargel, Karotten u.s.w. zerstören!

flurgrenze

Kein Schutz der Lebensqualität?

Zur Qualität eines ländlichen Umfeldes gehören auch nahe Flächen, auf denen man sich aufhalten, spazieren gehen, Kinderwagen schieben oder einfach nur Fahrrad fahren kann. Weitere Abbauflächen würden dieses Umfeld für junge, vor allem jedoch für ältere Einwohner drastisch reduzieren!

Gefahr für Rettungs- und Versorgungswege?

Siedlung und Wörth werden bei Hochwasser oft zur Insel, die Straße Sand-Zeil ist bei starken Hochwassern gerade noch mit schweren Fahrzeugen befahrbar. Diese Straße bildet dann den sichersten Rettungs- und Versorgungsweg für Wörth und Siedlung. Wir befürchten eine Blockade dieser wichtigen Verbindung im Falle eines Hochwassers, da weitere Abbauflächen die Strömung enorm verstärken könnten. Zudem sind unpassierbare Sandablagerungen im Straßenbereich möglich.

rettungswege

Erhöhte Eisstaugefahr?

Viele historische Hochwasserereignisse sind auf Eisstau zurück zuführen, da hierdurch unvorhergesehene Dämme im Hochwasser entstehen können, die das Wasser plötzlich zu ungeahnten Höhen aufstauen und umleiten können. Wir befürchten eine enorme Verschärfung dieses Risikos.

eisstaugefahr

Erhöhte Wahrscheinlichkeit extremer Hochwasser?

Aufgrund der Schiffsanbindung des Baggersees an den Main flutet Hochwasser in Richtung Sand. Eine westliche Ausweitung der Abbauflächen greift in tiefer liegendes Gelände ein. Hierdurch befürchten wir – nicht nur in Verbindung mit Eisstau – eine deutliche Erhöhung des Risikos und der Gefährlichkeit extremer Hochwasserereignisse.

extreme-hochwasser

Ausverkauf dörflicher Landwirtschaft?

Vom Feldbau leben wir seit Jahrtausenden. Will man dies kommenden Generationen verwehren?

Austrocknung angrenzender Anbauflächen?

Maintalboden ist zwar meist fruchtbar, aber sehr sandig und kann deshalb Niederschläge kaum speichern. Aufgrund des relativ hohen Grundwasserspiegels bleiben die Böden dennoch oft gut durchfeuchtet und erlauben hochwertigen Feldbau. Im Bereich der Abbauufer wird jedoch der Grundwasserspiegel abgesenkt und die durchfeuchteten
Schichten werden offen gelegt. Dadurch wirken sich Baggerseen über ihren Rand hinaus negativ auf die Landwirtschaft aus und reduzieren die ohnehin schon geringen Anbauflächen auf Sander Flur zusätzlich.

austrocknung

Gänseplage bis ins Dorf?

Mehr Wasserflächen könnten noch mehr Gänse anziehen. Wenn Ihnen 20 ha „Weideflächen“ genommen werden, wohin weichen sie aus?

Gänseplage

Hochwasser-Katastrophen am Main gibt’s nicht mehr?

  1. Das dachte man an Oder, Elbe und Donau auch…
    Jedes Flusssystem ist individuell. Was aber bei allen Flüssen gleich ist, ist das Verhalten des Menschen! Liegt die letzte Katastrophe lange genug zurück, dann können sich die Lebenden so etwas gar nicht mehr vorstellen.
  2. Mainausbau verhindert Katastrophen wie früher?
    Die Staustufen können tatsächlich auf kleinere Hochwasser einwirken und das schiffbare Flussbett wirkt sich positiv auf die Abflussfähigkeit aus. Allerdings ist der Main heute auch nur noch etwa halb so breit wie früher, vielerorts begradigt und sein Tal großflächig bebaut (Milewski-Möbelwerk, Zuckerfabrik, Umgehungsstraße B 26, …). Allesamt Maßnahmen, die sich negativ auf die Hochwasserhöhe auswirken.
    Die aktuellen amtlichen Hochwasser-Gefahrenkarten (www.hopla-main.de) werden vor allem auf der Basis von Abfluss und Geländeprofil von ausgebildeten Fachleuten berechnet. Sie stellen somit eine objektive und aktuelle Einschätzung des Risikos dar.

Glaube und Wahrheit

Zum Thema „Baggerseen“ sind viele Meinungen weit verbreitet, die sich bei näherer Betrachtung als Irrglaube erweisen:

  1. Baggerseen würden gegen Hochwasser helfen
    Das stimmt nur bei Mini-Hochwassern. Baggerseen mit direkter Anbindung zum Main laufen gleichzeitig mit dem Fluss schon bei beginnendem Hochwasser voll. In der gefährlichen Phase eines Hochwassers wirken sie schon längst nicht mehr, weil sie schon voll sind!
  2. Der Sand des Maintales wäre höchst wichtig
    Der Anteil des Mainsandes am gesamten Sandvorrat in Bayern macht weniger als 5 % aus! Für die Gesamtwirtschaft ist er also unbedeutend.
  3. Wer Baustoffe haben will, müsse Baggerseen akzeptieren
    Erstens gibt es in Bayern sehr viele Sandvorkommen oberhalb der Grundwasserlinie (z.B. Oberpfalz, Mittelfranken, …) und zweitens gibt es noch viel mehr Sand fernab von Wohnsiedlungen. Baggerseen in Ortsnähe sind also absolut nicht nötig!